Nach der LPO unterscheidet man zwischen Vielseitigkeitsprüfungen und "Großen" Vielseitigkeitsprüfungen mit einer besonders langen, aus vier Phasen zusammengesetzten Geländeprüfung. Beim Dressur- und Springreiten sind die Anforderungen im Vergleich zu speziellen Dressur- und Springprüfungen immer etwas niedriger als in den Spezialdisziplinen, denn die Pferde müssen ja insgesamt mehr Leistung erbringen.
Die Dressur macht immer den Auftakt einer Vielseitigkeitsprüfung. Bei den "kurzen" Prüfungen kann dann wahlweise das Springen oder der Geländeritt folgen, bei den "großen" Vielseitigkeitsprüfungen, wie beispielsweise bei den Championaten, ist die Geländeprüfung immer der zweite, das Springen der dritte Teil. Traditionell besteht die Geländeprüfung bei einer "großen" Vielseitigkeit aus vier Phasen:
- einer Wegestrecke (zum Aufwärmen der Pferde) - einer Rennbahn, auf der mit hohem Tempo über einige, wenige Hindernisse geritten wird, - und einer zweiten Wegestrecke (zum Regenieren) - Als vierte und wichtigste Phase (D) schließt sich die eigentliche Gelände- oder Querfeldeinstrecke an.
Diese ist je nach Klasse zwischen 1500 bis 6500 Metern lang und beinhaltet 15 bis 40 feste Natursprünge, die wiederum zwischen 90 und 120 Zentimeter hoch und 1,20 bis drei Meter breit sind. Um eine solche Aufgabe zu bewältigen, müssen Reiter und Pferd topfit sein. Daher werden vor dem Start in die Querfeldeinstrecke die Pferde noch einmal von einem Tierarzt untersucht (Puls- und Atemwerte werden überprüft). Außerdem findet am Morgen nach der Geländeprüfung eine Verfassungsprüfung aller Pferde statt, in der die Richter entscheiden, ob ein Pferd weiter am Wettbewerb teilnehmen darf oder nicht.
Die "großen" Geländeprüfungen sind aber nicht nur für Reiter und Pferd, sondern auch für die Veranstalter solcher Prüfungen sehr aufwändig. International wurde daher jetzt ein neues Prüfungsformat eingeführt, die "große" Vielseitigkeitsprüfung ohne Rennbahn und (erste) Wegestrecke.
Quelle: www.pferd-aktuell.de |