Aachen: Zweiter Sieg für Jung in der Soers

16.07.2016 | 16:30 Uhr | Uta Helkenberg

Australien gewinnt Nationenpreis vor Deutschland und Irland

Aachen (fn-press). Der zehnte Nationenpreis Vielseitigkeit beim CHIO Aachen war spannend wie selten zuvor und endete mit einem Sieg für das Team aus Australien vor Deutschland und Irland. In der Einzelwertung hatte Michael Jung (Horb) mit seinem potenziellen Olympiapferd fischerTakinou die Nase vorn.

Bereits die Dressur entwickelte sich zu einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem deutschen und dem australischen Team. So war es deren Schlussreiter und Rio-Kandidat Shane Rose mit dem Holsteiner CP Qualified, der seine Mannschaft auf die Überholspur setzte. Als Einziger seines Teams blieb er im Springen fehlerfrei und kam im Gelände nur vier Sekunden zu spät für ins Ziel. Mit einem Endstand von 42,8 Minuspunkten wurde er Zweiter. Eine Sekunde schneller hätte sogar gereicht, um Jung den Sieg streitig zu machen. So aber konnte der deutsche Doppelolympiasieger seinen zweiten Einzel-Sieg in der Soers nach 2011 feiern. Dieser wusste allerdings nicht, wie knapp es würde. "Das war einfach auch ein bisschen Glück", sagte er schmunzelnd in der Pressekonferenz. Eine Trainingsrunde war sein Ritt aber auch nicht, auch wenn Bundestrainer Hans Melzer ihn im Hinblick auf Rio bewusst nicht mit fischerTakinou für die deutsche Mannschaft nominiert hatte. „Wenn ich Gelände reite, dann reite ich Gelände oder reite nicht. Solche ‚Trainingsrunden‘ können auch schnell mal schiefgehen. Die Pferde merken sofort, dass etwas anders ist als sonst“, sagte Jung. Ein paar Zeitfehler nahm er allerdings in Kauf, musste 5,2 Minuspunkte zu seinem Dressurergebnis von 37,2 Minuspunkten addieren und beendete die Prüfung mit einem Endstand von 42,4 Minuspunkten. Auf dem dritten Platz landete Ingrid Klimke (Münster), die mit dem Oldenburger Horseware Hale Bob (v. Helikon xx). Sie hatte den Pathfinder in der Geländeprüfung gemacht und war als eine von nur zwei Startern ohne Hindernis- und Zeitfehler ins Ziel gekommen. Ihr Endergebnis lautete damit 44,3 Minuspunkte, darin inklusive vier Strafpunkte für einen Abwurf im Parcours.

Nur einen Platz dahinter konnte sich Klimke mit ihrer Hannoveraner Stute SAP Escada JS einordnen. MIt 46,9 Minuspunkten erbrachte sie gleichzeitig das beste Ergebnis für die deutsche Mannschaft. Jung und La Biosthetique Sam trugen 49,7 Minuspunkte zum Teamergebnis bei. Nach einer gewohnt sicheren Geländerunde schlossen Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip ihren Aachen-Auftritt mit 58,3 Minuspunkten auf Platz 14 ab. „Es war das erste Mal, dass Hop and Skip zwei Abwürfe im Parcours hatte. Der Fehler am letzten Sprung lag eindeutig bei mir“, sagte Schrade. Er zählte bereits bei den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften in Caen zur siegreichen deutschen Mannschaft. Den Traum, in diesem Jahr dazu zu gehören, hat Andreas Ostholt (Warendorf). In Aachen blieb der Badminton-Zweite dieses Jahres allerdings etwas unter seinen Möglichkeiten, insbesondere in Dressur und Springen. "Das können wir mit Sicherheit besser. Im Springen bin ich die letzte Linie einfach falsch angegangen“, sagte er. Ein paar Zeitstrafpunkte im Gelände hinzu, so dass er am Ende mit 62,9 Minuspunkten das Streichergebnis lieferte. Allerdings hätte auch eine Nullrunde den Sieg der Australier nicht mehr verhindern können. Sie rangierten nach allen drei Teilprüfungen mit 145,4 vor Deutschland mit 154,9 und Irland mit 179,9 Minuspunkten.

Höhen und Tiefen erlebte in Aachen Bettina Hoy (Rheine). Die dreimalige Olympiateilnehmerin und ehemalige Europameisterin dominierte mit ihren beiden Pferden die Dressur. Im Springen musste sie mit ihrem Longlist-Pferd Designer jedoch vier Abwürfe und einen Zeitstrafpunkt in Kauf nehmen und verzichtete auf einen Start ins Gelände. Mit Seigneur Medicott, mit dem sie mit 31,0 Minuspunkten die Dressur hatte gewinnen können, landete sie nach zwei Springfehlern und einem Vorbeiläufer an Hindernis 17, dem Fendt-Komplex, auf Platz 23.

Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) hatte mit Opgun ebenso wie die Aachen-Debütantin Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot Dispens von den Bundestrainern und hatten nach Dressur und Springen zurückgezogen. Hb

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