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Kreuth: Team Westfalen III gewinnt "Goldene Schärpe Pferde"

Erstmals ein Team aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem Treppchen

Kreuth (fn-press). Zum sechsten Mal und gleichzeitig zum vierten Mal in Folge hat ein Team aus Westfalen die „Goldene Schärpe Pferde“ gewonnen. Nach insgesamt fünf bewerteten Teildisziplinen – Theorie, Dressur, Stilgeländeritt, Vormustern und Theorie – und einem Fitnesstest für die Reiter stand die Mannschaft Westfalen III als Sieger fest. Erstmals auf dem Treppchen bei einer Goldenen Schärpe stand ein Team aus Mecklenburg-Vorpommern, das sich Silber vor der Mannschaft aus dem Rheinland sicherte.

In der Theorie mussten sich die fünf siegreichen Westfalen – Felicia Niederhofer (14, Telgte) mit Celadon Green, Luise Scheffler (15, Rietberg) mit Born to Fire, Maja Barenbrock (15, Münster) mit Cooper, Nele Rühl (15, Rhede) mit Dreamwald und Laura Wortmann (12, Fröndenberg) mit Roxette – noch den Rheinländern beugen, die als Einzige alle Multiple-Choice-Fragen richtig beantworten konnten. In der Dressur trumpften die drei westfälischen Teams dann auf und belegten die Plätze eins bis drei. „Viele fragen sich, wie das kommt. Aber wir fangen immer schon im Winter des Vorjahres mit einem Lehrgang für alle an, die schon mal bei der Goldenen Schärpe dabei waren oder sich dafür interessieren. Im Frühjahr gibt es vier Trainingseinheiten, dann kommen die Sichtungsturniere und nochmal fünf spezielle Trainingstage. Das hat wirklich viel gebracht. Wir sind sehr gut vorbereitet hierher gefahren“, sagte Mannschaftsführerin Jutta Briel, die zusammen mit Co-Trainer Clemens Nachtigall die westfälischen Reiter betreute. Am Ende konnte allerdings nur Westfalen III mit einem Endergebnis von 381,1 Punkten seine Spitzenposition behaupten, die beiden jüngeren und unerfahreneren Teams fielen beim Geländeritt und im Springen auf die Plätze fünf bzw. neun zurück.

Mit Top-Geländeleistungen rückten an deren Stelle die Teams aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Rheinland vor. Beide Mannschaften sammelten im Gelände gleich viele Punkte, allerdings waren Annabell Zimmermann (12, Rostock) mit Maiwind, Laura Keller (16, Rossow) mit Escuipe de Coeur, Josephine Mensenkampff (11, Ratzeburg) mit Peppermint Patty; Lena Feldmann (15, Groß Wokern) mit Cherie mon und insbesondere Henryk Brandt (14, Neuburg) mit Clever & Smart den Rheinländern in den übrigen Reitsportdisziplinen wie im Vormustern überlegen. Mit 375,5 sicherten sie sich die Silbermedaille – die erste Teammedaille bei einer Goldenen Schärpe überhaupt für das Land im hohen Norden. Für die Rheinländer – Elena Habedank (15, Düsseldorf) mit Carrigane Chief, Mona Lambert (13, Goch) mit Cuba S, Johanna Aimee Maes (14, Düsseldorf) mit Only You VD Cumul, Lara Jacqueline Johnigk (13, Düsseldorf) mit Dark Dancer und Isabelle Brecl (Düsseldorf) mit Cheetano – gab es für ihr Gesamtergebnis von 363,3 Minuspunkten die Bronzemedaille.

Anders als in den Vorjahren wurde das 69 Paare zählende Starterfeld geteilt und von zwei Richtergruppen bewertet. Das beste kombinierte Ergebnis erzielte Hilka Siebens (14, Holtland) vom Landesverband Weser-Ems mit Daria, die sowohl im Gelände als auch im Springen eine 9,2 erzielte. Mit insgesamt 135,7 Punkten führte sie die Wertung in ihrer Abteilung vor Henryk Brandt an, der für seinen Geländeritt mit der Bestnote 9,5 belohnt wurde und insgesamt 134,9 Punkte erzielte. Er saß im Sattel des 18-jährigen Clever & Smart, mit dem sein Vater und Landestrainer Andreas Brandt international bis Zwei-Sterne-Niveau siegreich war. Platz drei belegte in dieser Abteilung mit 126,8 Punkten Antonia Wentrup (14, Münster) mit Pong Ping – W vom Team Westfalen II.

Die andere Abteilung wurde von einer Einzelreiterin angeführt. Mit einem Endstand von 129,2 Minuspunkten setzte sich Jule Krüger, die erst zwölfjährige Enkelin von FN-Mannschaftsarzt Dr. Manfred Giensch, vom Landesverband Hamburg an die Spitze. Auch sie hatte mit Parlando, Ex-Bundeschampion und früheres Erfolgspferd von Franca Lüdeke, einen erfahrenen Partner an der Seite, mit dem sie 9er Noten in Gelände und Springen erzielte. Gleich doppelten Grund zur Freude hatte der Mannschaftstierarzt der deutschen Juniorenpferde, Dr. Matthias Niederhofer. Seine Tochter Felicia, die erst vor Kurzem vom Pony aufs Pferd umgestiegen ist, überzeugte mit dem selbst gezogenen, erst achtjährigen Celadon Green mit Noten über „8“ in allen Teilprüfungen. Mit ihrem Endstand von 127,3 Punkten trug sie nicht nur maßgeblich zum Sieg des Teams Westfalen III bei, sondern landete auch in ihrer Abteilung auf Platz zwei. Das drittbeste Ergebnis erzielte mit 124,2 Punkten die für Hessen startende Lucia Lehnebach (14, Grebenstein). Sie hatte die Abteilung mit Light my Fire bis zum Springen angeführt, musste dann aber Krüger und Niederhofer den Vortritt lassen. Hb

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