Wiesbaden: Ingrid Klimke gewinnt CIC3*

Topbedingungen trotz Regenflut am Freitagnachmittag

Warendorf (fn-press). Ingrid Klimke ist die Gewinnerin der internationalen Vielseitigkeitsprüfung (CIC3*) in Wiesbaden. Ungefährdet brachte die Münsteranerin mit Horseware Hale-Bob OLD ihre Spitzenposition aus Dressur und Springen auch durch die Geländeprüfung und besiegelte damit ihren vierten Sieg beim Pfingstturnier vor der Vorjahressiegerin Julia Krajewski (Warendorf) mit Chipmunk FRH und Andreas Ostholt (Warendorf) mit Pennsylvania.

„Ich bin alle drei Prüfungen bei Sonnenschein geritten“, sagte Klimke in Anspielung auf die Regenmassen, die sich am Freitagnachmittag auf den Schlosspark ergossen hatten und sogar eines der tonnenschweren Gelände-Hindernisse ins Schwimmen gebracht hatte. „Der Regen hat den Boden passend gewässert und der Sprung ist rechtzeitig zurückgeschwommen“, witzelte Klimke. Ihre sportlichen Leistungen fasste sie wie folgt zusammen: „In der Dressur hat Bobby seine bisher beste Leistung gezeigt, im Springen war er kernig und motiviert, im Gelände kernig, aber auch rittig.“ Dabei ließ sie keinen Zweifel an ihren Olympiaambitionen aufkommen und nannte als Ziel für Rio klar die Verteidigung der Mannschaftsgoldmedaille.

Für ihre beiden Teamkollegen der vergangenen Jahre, Doppelolympiasieger Michael Jung (Horb) und Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee), lief es in Wiesbaden allerdings nicht ganz so glücklich. Jung, der gerade erst in Badminton den Sieg im Grand Slam besiegelt hatte, ließ es im Gelände mit fischerTakinou ruhig angehen. Nach einer guten Dressur, hatte er vier Abwürfe im Springen kassiert und damit keine Gewinnchancen mehr gesehen. „Der Höhepunkt in diesem Jahr heißt Rio“, gab auch er klar die Richtung vor. Sandra Auffarth, die ihr Championatspferd Opgun Louvo nur zu Trainingszwecken in Dressur und Springen vorgestellt hatte, jedoch mit Ispo ein zweites Eisen im Feuer hatte, kam an den „Doppelhecken“ aus dem Sattel und schied aus.

Einmal mehr erfolgreich war dagegen Julia Krajewski (Warendorf). Im Sattel von Ex-Bundeschampion Chipmunk FRH, der in Wiesbaden sein Drei-Sterne-Debüt gab belegte sie Platz zwei hinter Klimke. „Ich bin total baff. Chipmunk habe ich, seit er fünf ist. Er ist so was wie mein Baby, auch wenn er sehr groß ist. Im Ziel war ich wirklich ein bisschen gerührt“, sagte Krajewski. Das Nachsehen hatte Chipmunks Stallkollege Samourai du Thot. Im vergangenen Jahr noch Sieger in Wiesbaden, landete er „nur“ auf Platz vier. „Ich hatte in der Dressur zwei Fehler, ansonsten geben sich die beiden nicht viel. Sie müssen sich jetzt untereinander austauschen, wer die Nummer eins sein will“, sagte die Diplomtrainerin schmunzelnd.

Schon vor ihrem Sieg im vergangenen Jahr gehörte Julia Krajewski zu den Gewinnern in Wiesbaden. Denn seit einigen Jahren zählt das CIC3* zu den Stationen U25-Förderpreises. „Ich möchte den Nachwuchs ein bisschen fördern“, sagte Sponsor Prof. Bernd Heicke. Und zwar nachhaltig. „Julia ist dafür der beste Beweis. Aber es sind noch weitere Reiter in der Pipeline“, sagte Heicke und versprach er das CIC3* und den Förderpreis auch im kommenden Jahr unterstützen werde. Siegerin der U25-Sonderwertung in diesem Jahr ist Stefanie Böhe (Salzhausen), die mit Haytom Platz sechs belegte.

Beflügelt von seinen großen Erfolg in Badminton, wirkte in Wiesbaden Andreas Ostholt (Warendorf). Wie bei dem Vier-Sterne-Klassiker mit So is et, erzielte er auch vor dem Biebricher Schloss ein 38er Dressurergebnis und blieb im Springen fehlerfrei. Im Gelände legte er dann die schnellste Runde vor und belegte am Ende Platz drei. „Alle Sprünge kamen positiv auf mich zu“, beschrieb Ostholt seinen Ritt. Innerhalb der erlaubten Zeit kam allerdings auch er nicht ins Ziel. „Die Trasse war dieselbe wie im letzten Jahr, aber die Aufgaben waren anspruchsvoller. Die Reiter mussten öfter mal das Tempo herausnehmen“, erklärte Bundestrainer Hans Melzer, warum es keine Nullrunde gab, und lobte die Bodenqualität. „Jetzt wissen wir ja, wieviel Wasser wir brauchen“, sagte Albert Schäfer, Bereichsleiter Vielseitigkeit des Wiesbadener Reit- und Fahrclubs: „Das nächste Mal nehmen wir aber lieber Fässer für die Bewässerung.“ Hb