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EM Vielseitigkeit Junge Reiter in Pardubice/CZE
Fotofinish zwischen Großbritannien und Deutschland

Pardubice/CZE (fn-press). Kopf an Kopf kamen die Mannschaften aus Großbritannien und Deutschland „ins Ziel“ der Europameisterschaften der Jungen Reiter in Pardubice/Tschechien. Mit nur einem Zehntel Vorsprung durften sich die Briten schließlich die Goldmedaille überreichen lassen. Späteres Nachrechnen zu Hause ergab sogar Gleichstand der beiden Teams. Im Rennsport spräche man hier von einem Fotofinish – mit offenem Ausgang. Die Bronzemedaille ging nach voangegangenem Protest an das schwedische Team. Ganz sicher ist aber eines: Als beste Deutsche durfte sich Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit dem 17-jährigen Brandenburger Ohio über Bronze in der Einzelwertung freuen.

Noch zu Beginn lagen die drei Top-Teams auf Tuchfühlung. Keine drei Punkte trennte sie nach der Dessur. Beim Geländeritt, der kreuz und quer über das berühmte Pardubicer Rennbahngelände führte, setzten sich dann Großbritannien und Deutschland vom restlichen Feld ab. Die Briten brachten alle vier Teamreiter ohne Hindernisfehler ins Ziel, für die deutsche Mannschaft drehten Sonja Buck mit Ohio, Freya Füllgräbe (Krefeld) mit Oje Oje und Franziska Roth (Dörpen) mit Dictus J souveräne Nullrunden. Lediglich die vierte Teamreiterin Sabine Deparade (Engersen) musste eine Verweigerung in Kauf nehmen, nachdem sie angehalten worden war und dadurch etwas den Rhythmus verloren hatte. Im abschließenden Springen mussten sich beide Teams je acht Strafpunkte für Abwürfe hinzuaddieren lassen. Damit hatte Großbritannien 149,8, Deutschland 148,8 Minuspunkte auf der Liste stehen. „Wir hätten sogar noch Protest einlegen können“, sagte Equipeechef Hans Melzer (Putensen). So hatte die bereits Badminton und Aachen erfahrene, britische Reiterin Emily Llewellyn im Springen einen Oxer „umgeworfen“ und war, nachdem man sie nicht abgeläutet hatte, anschließend im Schritt darüber hinweggeritten. Der deutsche Cheftrainer der Vielseitigkeitsreiter verzichtete jedoch auf den Einspruch. Anders sahen das die Italiener, die mit 190,1 Minuspunkten auf Rang vier lagen. Sie monierten, dass der Schwede Christofer Forsberg nur durch „fremde Hilfe“ davon abgebracht worden war, mit seinem Pferd Grafman ein falsches Hindernis im Parcours zu springen. Dem Einwand wurde allerdings nicht stattgegeben und so durften zu guter Letzt die Schweden die Bronzemedaille in Empfang nehmen (184,3 Minuspunkte).

In der Einzelwertung landete die Britin Emily Parker mit Treefers einen Start-Ziel-Sieg. Sie beendete die EM mit ihrem Dressurergebnis von nur 43,1 Minuspunkten. Ebenfalls ohne Fehler im Cross und Springen blieb der Schwede Hannes Melin mit Gaston KLG (43,9) und überrundete damit die bis dahin auf Silberrang liegende Sonja Buck. Die 20-jährige Studentin, die in Pardubice ihre letzte EM als Junge Reiterin bestritt, musste im Parcours einen Abwurf verzeichnen und holte Bronze (47,7). Ebenfalls einen Springfehler leistete sich Freya Füllgräbe, konnte sich aber dennoch ihren vierten Platz erhalten (50,3). Fünf Plätze nach oben kletterte dagegen Franziska Roth. Nach einem etwas enttäuschenden Beginn in der Dressur hatte die Deutsche Meisterin weder im Gelände, noch im Springen Fehler gemacht und wurde Siebte (51,9).

Mit einer Nullrunde im Parcours nahmen auch für EM-Debtütantin Sabine Deparade die Tage in Pardubice ein versöhnliches Ende, auch wenn sie mit insgesamt 94,8 Minuspunkten nicht über Platz 34 hinauskam. Der Sprung in die Top 20 glückte dagegen Einzelreiterin Jana Weyers (Kamp-Lintfort) bei ihrer Championatspremiere. Zwar hatte sie mit Lardina zuletzt einen Abwurf im Springen, konnte sich aber dank ihrer Dressur und einer guten Geländerunde auf Platz 16 behaupten (63,30). Insgesamt bewarben sich 64 Paare um den Titel, von denen allerdings fast ein Drittel die Prüfung nicht beendete. 14 Nationen stellten ein Team. Hb

FN...aktuell 23 / 04. August 2010

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