22.08.2010
EM Vielseitigkeit Junioren Bad Segeberg: Doppel-Gold und Silber für Deutschland von Uta Helkenberg
Bad Segeberg (fn-press). Bei den Vielseitigkeits-Europameisterschaften in Bad Segeberg hat das deutsche Junioren-Team mit Ben Leuwer (Königswinter) mit Cappuccino, Josephine Wilms (Bergkamen) mit Corvette D, Dustin Albrecht (Lünen) mit Locsley und Alina Meister (Löptin) mit Hill Dream AA die Mannschafts-Goldmedaille gewonnen. Letztere besiegelte mit einer Nullrunde im Parcours zugleich den Titelgewinn in der Einzelwertung vor der deutschen Einzelreiterin Celina Nothofer (Kamp-Lintfort) mit Simba. Die Bronzemedaille ging außer Landes. Diese durfte sich der Brite Tim Rogers mit Corrieview Express umhängen lassen. In der Teamwertung gewann Frankreich Silber vor der "Squadra Azzura" aus Italien.
"Ich war vorher super aufgeregt, doch dann habe ich gesagt, Hilly, wir reiten jetzt nur zum Spaß", sagte Alina Meister nach ihrem Ritt. Offensichtlich hatte ihr Schimmel die Aufforderung verstanden, machte keinen Fehler und verhalf seiner Reiterin damit zu zwei Goldmedaillen auf einmal. Nur 39,00 Punkte - ihr Dressurergebnis - hatte die Löptiner Lokalmatadorin am Ende auf dem Konto. "Da muss ich noch eine Nacht drüber schlafen, bevor ich das glauben kann", sagte sie.
"Opa, den hast Du super gezüchtet!" Der erste Gratulant für Celina Nothofer kam von ihrem Großvater, dem Züchter ihres Erfolgspferds. Aus seiner Zucht stammt auch dessen Larissa, mit dem sie im vergangenen Jahr Bronze bei den EM holte. "Celina und Larissa waren eines von drei Spitzenpaare, die uns in diesem Jahr kurzfristig ausgefallen sind", sagte Equipechef Matthias Otto-Erley (Sprockhövel). So konnten weder die Titelverteidigerin Marie Kraack (Eutin), noch die Deutsche Meisterin Carolin Thenhausen (Westergellersen) in Segeberg an den Start gehen. "Wir sind daher mit etwas 'gebremstem Schaum' hergefahren. Mit dem Ergebnis sind wir daher natürlich um so zufriedener", so Otto-Erley.
Wie kurz darauf Alina Meister als letzte Starterin blieb auch Celina Nothofer im Parcours fehlerfrei (Endstand 39,6). Dagegen leistete sich der bis dahin mit ihr gleichauf liegende Schlussreiter des deutschen Teams, Dustin Albrecht, zwei Abwürfe und fiel damit Platz fünf zurück. Fast hätte es dagegen trotz eine Fehlers für Lara Adelhelm (Kirchberg) noch zu einer Medaille gereicht. So beendete die Württtembergerin ihre EM-Premiere punktegleich mit dem Briten Tim Rogers (46,3) und musste diesem wegen des "schlechteren" Geländeergebnisses den Vortritt lassen. Beide waren fehlerfrei ins Ziel gekommen, sie war aber mit dem selbst gezogenen Württemberger Gentano vier Sekunden schneller als der Brite, der in diesem Fall näher an der erlaubten Zeit war. Mit ihren Platzierungen machten sich sowohl Nothofer, als auch Adelhelm selbst die schönsten Vorab-Geburtstagsgeschenke: Beide feiern Ende August ihren 18.
Lediglich zwei Zeitfehler gingen auf das Konto der Jüngsten im Team, Josephine Wilms (Bergkamen) mit Corvette D. Wilms, vor zwei Jahren Siegerin im Bundesnchauchwuchschampionat, schloss sich mit 48,0 Minuspunkten direkt an ihre Kollegen an (Platz sechs).
Insgesamt gingen 74 Paare aus 18 Nationen in Bad Segeberg an den Start, darunter zehn deutsche Paare. Von diesen musste der deutsche Teamreiter Ben Leuwer als Erster ins Springen. Wegen seiner missglückten Dressur (63,5) lieferte er zwar das Streichergebnis für die Mannschaft, machte aber seine Ankündigung wahr "jetzt wenigstens mit diesem Ergebnis zu beenden." (Platz 25). Je zwei Mal fingen die Stangen bei Sarah Schuler (Egenhausen) mit Uso, einmal ausgerechnet am letzten Hindernis. Sie landete damit auf Platz zwölf (51,50). Ebenfalls mit zwei Abwürfen kam Liza Balduff (Twistetal) mit Pinot aus dem Parcours und beendete ihre EM-Premiere auf dem 20. Platz. Je zwölf Strafpunkte mussten sich die zweite Holsteiner Reiterin, Nele Spiering (Elmhorst) mit Mayenne (63,8) und Christian Wahler (Bad Bevensen) mit Federleicht anrechnen lassen (61,7). Sie belegten damit die Plätze 27 beziehungsweise 24. |