Stuttgart German Masters „Michael-Jung-Festspiele“
Stuttgart (fn-press). Das 26. Internationale Reitturnier in Stuttgart stand im Zeichen von Michael Jung. Der 28-jährige Lokalmatador aus Horb-Altheim stellte seine Vielseitigkeit in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle nachdrücklich unter Beweis. Er gewann nicht nur das Indoor-Derby, sondern auch zwei Dressurprüfungen und eine Zeitspringprüfung gegen Weltmeister Philippe Le Jeune aus Frankreich – Weltmeister schlägt Weltmeister – und verwandelte die Stuttgart German Masters damit in „Michael-Jung-Festspiele“.
Bereits am Mittwochabend demonstrierte der Vielseitigkeits-Weltmeister, dass die Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle sein „Wohnzimmer“ ist: Zum fünften Mal und zum vierten Mal in Folge gewann Jung das Indoor-Derby. Mit dem achtjährigen Trakehner Wallach Vincent TSF kam er nach 89,49 Sekunden ins Ziel. Damit verwies er Frank Ostholt (Warendorf) mit Air Jordan auf Platz zwei. Der Mannschafts-Olympiasieger überwand den Kurs zwar mit nur 87,27 Sekunden in der schnellsten Zeit, hatte aber im Gegensatz zu Jung einen Abwurf – damit kamen 91.27 Sekunden in die Wertung.
„Michael Jung reitet hier wie beflügelt, das war ein souveräner Sieg!“, gratulierte bereits einen Tag später Turnierleiter Gotthilf Riexinger Michael Jung zu seinem Sieg im Finale des iWEST-Dressur-Cups, der inoffiziellen Landesmeisterschaft unter dem Hallendach. Jung war als Führender nach vier Qualifikationsturnieren nach Stuttgart gekommen, gewann nach Einlaufprüfung auch das Finale und wurde damit den „Vorschusslorbeeren“ (Riexinger) vollauf gerecht. Mit seinem zehnjährigen Wallach Roche kam er auf 73,800 Prozentpunkte und hielt Falk Stankus aus Donzdorf sicher auf Distanz. Der Vorjahressieger erreichte mit Birkhofs Meraldik 71,450 Punkte.
Am Samstagabend fegte der Vielseitigkeits-Weltmeister schließlich als vorletzter Starter im Speed Master mit Der Dürer TSF als Schnellster der 25 Teilnehmer durch den Parcours. Die Uhr blieb nach 58,09 Sekunden stehen – und da an den zwölf Hindernissen alles liegen geblieben war, hatte der Mann aus Horb den Weltmeister der Springreiter, Philippe Le Jeune, auf den zweiten Platz verdrängt. Der Belgier und sein Wallach Leo du Prairial waren 59,55 Sekunden unterwegs gewesen und sahen schon wie die Sieger aus, doch „der kompletteste Reiter der Welt“ (Riexinger) distanzierte ihn noch um fast anderthalb Sekunden. Ein Erfolg, den die 6.100 Zuschauer in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle frenetisch und mit Standing Ovations feierten. www.stuttgart-german-master.de/Hb
FN...aktuell 38/ 1. Dezember 2010 |